Warum ist uns die Anonymität unserer Empfänger so wichtig?

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Jeder von uns kennt Situationen, in denen im Leben nicht alles ganz rund läuft. Ein Unfall, familiäre Probleme, der unvorhergesehene Verlust eines Jobs, Krankheit, Behinderung oder Wohnungsverlust und unser Leben verändert sich schlagartig von jetzt auf gleich. In solchen Fällen kann es schnell dazu kommen, dass wir auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Hand auf’s Herz: Wem fällt es wirklich leicht sich helfen zu lassen oder gar um Hilfe zu bitten?

Eine weitere dieser Situationen ist das Leben oder Aufwachsen in Armut. Hier wird das Problem noch verstärkt, denn es schwingt leider häufig eine Hypothese des Selbstverschuldens mit:

„Armut und Deutschland. Das sind zwei Begriffe, die man ziemlich selten miteinander in Verbindung bringt. Schließlich leben wir in einem der reichsten Länder der Welt, oder? Wir haben doch einen funktionierenden Sozialstaat, oder? Hier muss doch niemand hungern, oder? Und selbst wenn: Dann ist das auf jeden Fall selbstverschuldet. Oder?“ [Arm in Deutschland: Die Scham, #unten zu sein; amazed]

Tatsächlich sieht es anders aus: Arme bleiben mit höherer Wahrscheinlichkeit arm und Reichere reich. Das hängt auch mit fehlenden Chancen, beispielsweise der Chance auf Teilhabe oder Verwirklichung, zusammen.

Auf Hilfe angewiesen zu sein schränkt das menschliche Streben nach Unabhängigkeit und Eigenständigkeit ein und löst in uns das Gefühl von Scham und Bedürftigkeit aus. Das hat zur Folge, dass unser Selbstwertgefühl und unsere Lebensmotivation massiv beeinträchtigt werden können. Diese Gefühle sind in einer ohnehin schon misslichen Lage sicherlich nicht förderlich.

Deshalb legen wir bei plusX besonderen Wert auf Anonymität und Würde. Das Erlebnis einen unserer Freizeitgutscheine einzulösen erfolgt weitestgehend anonym. Es wird nur der plusX-Gutschein-Code beim Einlösen an der Kasse vorgezeigt. Es werden keine Namen, Adressen oder Geburtsdaten abgeglichen. Die Sicherstellung der finanziellen Bedürftigkeit erfolgt im Vorhinein online und dadurch mit einer deutlichen niedrigeren Hemmschwelle. Beim Upload des Köln-Passes als Nachweis werden die Daten verschlüsselt übertragen und gespeichert. Nach der Validierung durch unser Team wird das Dokument umgehend gelöscht. Damit stellen wir sicher, dass die persönlichen Daten nicht in die falschen Hände geraten und dass sich zu keiner Zeit ein Empfänger persönlich zu erkennen geben muss.


Weitere Quellen & Informationen zum Thema:

Arm in Deutschland: Die Scham, #unten zu sein; JOWA, amazed, 2018

Räume der Würde schaffen; Spankeren, Diakonie RWL, 2020

Aufwachsen in Armutslagen; Tophoven et al.; Bertelsmann Stiftung, 2018

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